Historisches

Einige Mitarbeiter der Firma “Krefft & Albreter”, die seiner Zeit aus Flugzeugresten Aluminiumtöpfe und andere Gebrauchsgegenstände fertigten um Sie gegen Naturalien zu tauschen, entdeckten im Jahre 1947, dass Sie trotz der schweren Kriegsjahre das Singen nicht verlernt hatten. Der Gedanke wurde schnell aufgenommen, jedoch die Umsetzung in die Tat scheiterte zunächst am Stimmenmaterial.

Am 26.07.1947 wurde dann der “Männer-Quartettverein Liederkranz” (Foto) unter dem Protektorat der Firma “Krefft & Albreter” aus der Taufe gehoben. Mit dem Versprechen des Förderers, Material für die immer noch notwendigen Hamsterfahrten zur Verfügung zu stellen sind fehlende Lücken in den Stimmen schnell geschlossen. Daher wurde unser Verein zunächst auch spöttisch “Pott-Verein” genannt und belächelt.

1948 konnte der bekannte Musikdirektor und Komponist Kurt Lissmann als Chorleiter gewonnen werden. Er brachte den Chor schnell zur Konzertreife. Aber durch den nun beginnenden Wirtschaftsaufschwung und der dadurch nicht mehr so notwendigen Hamsterfahrten traten auch wieder einige Sänger aus dem Verein aus, sodass hiedurch Rückschläge hingenommen und gemeistert werden mussten.

1950 wurde der Verein in den Deutschen Sängerbund aufgenommen.

1952 wechselte der Chorleiter. Der Musikdirektor Dietram Schubert übernahm die musikalische Leitung und prägte den Chor. Diesen beiden Chorleitern verdankt der Chor maßgeblich seinen Aufstieg.

1954 wurde das erste große Konzert mit dem damaligen sehr bekannten Bassisten Kenneth Spencer gegeben. Die nachfolgenden Konzerterfolge entnehmen Sie bitte der Aufstellung “ Konzerte”.

In der Zeit von 1954 bis 1966 war der Verein sehr erfolgreich auf dem Gebiet der Gesangswettstreite. Bei der Teilnahme an sieben Wettstreiten wurden 14 erste Preise, sechs zweite, drei dritte sowie vier erste Sonderpreise erzielt. Außerdem wurden noch vier erste Dirigentenpreise erstritten. Es gab aber in dieser Zeit auch Konzerte in der Nevigeser Stadthalle sowie Freundschaftssingen, sodass die Nevigeser an der Leistung des Chores teilhaben konnten. In dieser Zeit wechselte auch das Dirigat an Karlfried Tusselmann.

1967 wurde der 20. Geburtstag in der Nevigeser Stadthalle zunächst mit einem Opernkonzert, zwei Wochen später an gleicher Stelle mit einem bunten Abend mit den damals sehr beliebten “Gonsbachlerchen” aus Mainz, sehr erfolgreich gefeiert.

1969 initiierte man zusammen mit der Stadt Neviges ein Konzert mit dem gemischten finnischen ChorSalon Musikinystävät”, der in Neviges einen hervorragenden musikalischen Eindruck hinterließ. Hier begann für die Stadt Neviges die damalige Partnerschaft mit der Stadt Salo und für uns noch immer bestehend mit dem Chor, der später unter dem Namen “Salon Viihdelaulajat” weitergeführt wurde. Auch die Besuche und Gegenbesuche unserer Partnerschaften sind in der Aufstellung “ Konzerte” vermerkt.

1971 startete der Gegenbesuch nach Finnland mit der Luxusfähre “Finnlandia”, die noch für die Seereise vier Tage benötigte. Die Sänger waren bei Ihrem Besuch von der Ihnen entgegen gebrachten Gastlichkeit sehr beeindruckt.

1972 feierten wir unser 25jähriges Bestehen mit einer Feierstunde und einem sehr erfolgreichen bunten Abend mit anschließendem Tanz.

1974 entschlossen wir uns, eine Langspielplatte aufzunehmen, die von unserer Zuhörerschaft gerne gekauft wurde.

1975 übernahm Chorleiter Horst Faßbender den “Taktstock”. Zahlreiche Konzerte mit Schlagerstars und -gruppen wurden gegeben und der Amateurverein konnte mit den Profis mithalten, aber auch die geistige Musik wurde nicht vernachlässigt. In diesem Jahr wurde auch der “Stadtverband Velberter Chöre” unter entscheidender Mitarbeit unseres Vereines ins Leben gerufen.

1982 löst Michael Hochmuth den bisherigen Chorleiter ab. Unter seinem Dirigat fanden weitere gute Konzerte statt.

1984 begann die Partnerschaft mit dem Trientiner Bergsteigerchor “Cima Ucia” aus Roncone/Italien mit einem Konzert in Neviges.

1985 übernahm Dieter Brux die musikalische Leitung des “Quartettverein Liederkranz”. Unter seinem Dirigat erzielte unser Chor bis heute zahlreiche, große Erfolge.

Zu seinem 40. Geburtstag im Jahre 1987 hatte der Quartettverein Liederkranz seine beiden Partnerchöre aus Finnland und Italien eingeladen.

1993 wurde die erste USA-Reise nach Los Angeles und “Umgebung” gestartet.

1997 zweite USA-Reise an die Ostküste.

1999 wurde die 5. Konzertreise nach Finnland durchgeführt.

2004 wurde die 6. Konzertreise nach Finnland anlässlich des 40jährigen Bestehens des befreundeten Chores “Salon Viihdelaulajat durchgeführt.

2005 begeisterte der Chor die Zuschauer in der Stadhalle Neviges mit einem Konzert unter dem Motto “Die Hits von gestern sind die Evergreens von heute”.

In 2006 stand das Motto des Konzertes unter "tierischer" Musik - sprich Liedern, die irgendetwas mit Tieren zu tun hatten. Am 21.10.2006 wechselte der Quartettverein Liederkranz sein Probenlokal von der Stadthalle Neviges in den neu errichteten Probenraum des Vereinslokals "Zum Parkhaus" (Franz Seidl). Nicht nur, dass uns der Wirt den Probenraum zur Verfügung stellt, er kaufte auch noch einen Flügel. Die offizielle Einweihung des Probenraumes erfolgte am 24.11.2006

Das 60. Jubiläumsjahr 2007 begann mit einem Eklat. Unser Dirigent hatte sich nach 22 Jahren aus uns unerfindlichen Gründen mit uns überworfen und die Leitung des Chores "von heute auf morgen" gekündigt. Nach kurzer Suche fanden wir ganz in der Nähe Ersatz und wie sich bald herausstellte sogar mehr als Ersatz für "den alten". (Warum denn in die Ferne schweifen, wo das gute liegt so nah). Claus Tinnes aus Neviges, wohnhaft in Sichtweite von unserem Probenlokal, nahm am 16.03.2007 das erste Dirigat auf und konnte in kürzester Zeit, natürlich auch mit Sonderproben, den Chor auf Höchstleistung bringen. Unser Konzert in der Stadthalle "Von Salo zur Stadthalle" in neuem Outfit mit unseren Gästen aus Salo konnte das Publikum begeistern. Dabei stand auch noch nicht fest, ob in der Stadthalle überhaupt noch ein Konzert stattfinden konnte, denn die Stadt Velbert wollte diese "Location" schließen. Ein Aufstand der Nevigeser Vereine konnte schlimmeres verhindern. Kurz nach dem Konzert fand noch ein Empfang in der Vorburg zum Jubiläum statt.

Im Jahr 2008 haben wir mit H. Tinnes intensive Probenarbeit geleistet. Es galt alte, eingeschliffene Gewohnheiten wieder abzugewöhnen. Dieses zeigten wir dann eindrucksvoll im Konzert „Zeig mir den Platz an der Sonne“, der Fortsetzung des Konzertmottos von 2005. Dieses Konzert war von seiner Art sehr „schlagerlastig“, da die Lieder aus dem Zeitraum 1950 bis 1999 stammten. Das Publikum zeigte uns, dass wir es mit dieser Musikliteratur begeistern können. Erstmals zeigten wir auch so etwas wie Choreographie, denn diese Titel können nicht stocksteif authentisch gesungen werden. Der eine oder andere Spaß unterstreicht die Darbietung mit einem Augenzwinkern. Das kam bei unseren Zuschauern mindestens genau so gut an wie unsere sängerische Leistung.

Durch den großen Erfolg vom Vorjahr getragen sind wir im Jahr 2009 von der leichten Musik der Unterhaltungsmusik in die leichte Musik der Klassik, den Operetten gewechselt. Unter dem Motto „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ haben wir einen bunten Melodienreigen der beliebtesten Operetten vorgetragen. Als zweites Event kam die Aufnahme der CD „Velbert singt“ hinzu, der wir die beiden Lieder „Zeig mir den Platz an der Sonne“ und „Die Rose“ beisteuerten. Zum Verkaufsstart der CD haben die beteiligten Chöre ein Konzert mit ihren Liedern im „Forum Niederberg“ in Velbert gegeben.

Im Jahr 2010 haben wir uns dem Genre „Filmmusiken“ gewidmet. Gemeint waren Titel, die durch Film und Fernsehen bekannt wurden. Hier spannte der Bogen über die Anfänge der Tonfilmzeit, den Musikfilmen, verfilmten Musicals und Western. Den geeigneten Rahmen und das Motto zugleich gab die Erkennungsmelodie der damals bekannten Musiksendung von und mit Peter Frankenfeld „Musik ist Trumpf“.
Leider ist in diesem Jahr auch das Damoklesschwert über die Zukunft der Stadthalle Neviges gefallen. Die Stadt Velbert sieht sich nicht mehr in der Lage, die Baulichkeit weiter zu finanzieren und zu renovieren. Deshalb soll die Halle im Jahr 2012 geschlossen werden. Das ist für die nevigeser Vereine ein schwerer Schlag, da die anderen verfügbaren Hallen zu klein für Konzerte mit Künstlern sind und das Forum Niederberg in Velbert zum einen zu groß und zu teuer und zum andern zu weit entfernt für das lokale Publikum ist. Wir werden uns Gedanken machen müssen, wie wir der uns selbst gestellten Aufgabe, unser Publikum zu unterhalten, adäquat gerecht werden können.

Unter dem Motto „Sterne, die vorüber zogen“ sind wir im Jahr 2011 wieder zu den Evergreens gewechselt. Wir wurden von verschiedenen Seiten angesprochen, das Thema auszuweiten. Eine Bitte, der wir gerne nachkamen, da es auch uns Sängern sehr viel Spaß macht. Mit dabei waren auch wieder Karin Velinova und Volker Remy, die beiden Künstler waren uns mit Ihrer Vielseitigkeit gute Partner.
Leider wurden wir in diesem Jahr von einigen krankheitsbedingten Ausfällen und auch 2 Austritten belastet. Eine große Hilfe war es, dass sich 5 Sänger aus dem Polizeichor Wuppertal bereitfanden, uns unter die Arme zu greifen. Dann war zum Ende des Jahres die Überraschung groß, dass sich einer der Unterstützer entschied, unserem Chor beizutreten.

Das Jahr 2012 fing sehr gut an, denn weitere 2 „neue“ Sänger sind beigetreten. Unter dem Motto „Zeig' mir den Platz an der Sonne“ haben wir, K. Velinova und V. Remy wieder ein sehr gutes Konzert in der Stadthalle Neviges abgeliefert – manche Zuschauer meinten sogar, es wäre eines unser besten gewesen.

Das Jahr 2013 hatte viel Licht und viel Schatten. Übers Jahr mussten wir 5 Sänger zu Grabe tragen, die wir schmerzlich vermissen. Auch die Stadthalle Neviges steht uns nicht mehr zur Verfügung – und damit ein Veranstaltungsort, der von der Publikumsmenge immer unsere „Kragenweite“ hatte. Andere Veranstaltungsorte waren für uns zu klein oder zu groß. Nun haben wir das kleinere, evangelische Gemeindehaus als unseren „musikalischen Tempel“ auserkoren. Vor ausverkauften Plätzen haben wir mit unseren beiden bekannten Solisten wieder ein erstklassiges Konzert Melodien der Herzen“ abgeliefert. Wir waren auch sehr stolz, dass 3 Sänger für 60 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Chorverband geehrt wurden. Und wir konnten doch auch noch einen Neuzugang verzeichnen.

Im Jahr 2014 haben wir wieder den Veranstaltungsort gewechselt. In „der Glocke“, dem katholischen Vereinshaus haben wir das Konzert „Jedes Wort war wie Musik“ aufgeführt. Im gut gefüllten Saal kamen unsere Vorträge, sowie die der Solisten K. Velinova und V. Remy sehr gut an. Mittlerweile haben wir erfahren, dass die Stadt Velbert mit der Stadthalle Neviges wohl einen Pyrrhussieg errungen hat; sie ist vom Landeskonservator als erhaltenswert eingestuft und mit einem Denkmalschutz belegt worden. So trägt man sich mit Überlegungen, die Stadthalle wieder zu öffnen und sucht nach einem Investor.